Das Gnadenbild von Ettal
Das Gnadenbild von Ettal
Der Legende nach überreichte ein Engel das Gnadenbild an Kaiser Ludwig IV., den Bayern, als dieser in Rom weilte, und gab ihm den Auftrag, ein Kloster zu gründen. Seit dem Gründungstag im Jahr 1330 steht das Gnadenbild im Mittelpunkt des Klosters und bildet die spirituelle Herzmitte des klösterlichen Lebens.
Das Gnadenbild
Die aus weißem Marmor gefertigte Darstellung zeigt die Gottesmutter Maria, die den Jesusknaben liebevoll auf ihrem Knie hält. Ursprünglich farbig gefasst, wird die Statue seit der Barockzeit mit kostbaren Gewändern geschmückt.
Die Verehrung des Gnadenbildes begann unmittelbar nach der Klostergründung. Gläubige aus nah und fern pilgerten nach Ettal, um vor der Gottesmutter zu beten und sie um Schutz und Hilfe zu bitten. Zahlreiche Votivgaben und Kerzen zeugen von den erhörten Gebeten der vergangenen Jahrhunderte. Die tiefe Frömmigkeit führte sogar zur Errichtung mehrerer Kapellen, darunter die Brünnlkapelle in Haimhausen und die Wallfahrtskapelle Maria Mühlberg bei Waging. Bis heute unternehmen Pilgergruppen oft mehrtägige Wallfahrten zum Heiligtum von Ettal.
Das Gnadenbild ist nicht nur ein Kunstwerk von beeindruckender Schönheit, sondern auch ein Symbol tief verwurzelter Tradition. Es lädt Besucher ein, in der Basilika des Klosters Ettal einen Moment der Besinnung und des Gebets zu finden.
Der Hochaltar – Ein würdiger Rahmen für das Gnadenbild
Das Gnadenbild von Ettal thront heute im Zentrum des prächtigen Hochaltars der Basilika, doch sein Weg dorthin war von bewegten Ereignissen geprägt. 1726 weihte Johann Eckher von Kapfing, Fürstbischof von Freising und großer Verehrer des Gnadenbildes, das neu gestaltete Presbyterium, das damals als „Kapelle“ bezeichnet wurde. Doch nur 18 Jahre später, im Jahr 1744, verwüstete ein verheerender Brand die gesamte Kirche und zerstörte große Teile der Inneneinrichtung.
Nach diesem Unglück wurde ein Salzburger Steinmetz mit dem Bau eines neuen, monumentalen Hochaltars beauftragt, der schließlich 1790 vollendet wurde. In einer feierlichen Prozession brachten die Ettaler Mönche das Gnadenbild von einem provisorischen Altar zurück an seinen endgültigen Platz – den „Thronus“ des Hochaltars, der bis heute als wohl populärster Ort der Basilika gilt. Umgeben von vergoldeten Schnitzereien und kunstvollen Säulen, wird die Gottesmutter mit dem Jesuskind in einer prachtvollen, mit Edelsteinen verzierten Hütte präsentiert. Diese beeindruckende Inszenierung unterstreicht die tiefe spirituelle und kunsthistorische Bedeutung des Gnadenbildes und lädt Besucher dazu ein, sich mit Staunen und Andacht diesem besonderen Heiligtum zu nähern.
Öffnungszeiten
Die Ettaler Basilika ist tagsüber geöffnet. Bitte beachten Sie, dass während der Gottesdienste eine Besichtigung
oder Führung nicht möglich ist.